... Krautwickel (vom Friedrich Steinle geschrieben, total unzensiert und unredigiert übernommen)

Krautwickel Es gibt Tage, an denen sich die Küche, genauer: ´s Fischers Brigitte, sich genau an dem orientiert, was die Gäste des Hauses am liebsten mal wieder essen würden. Das sind dann meistens Speisen, von denen die heutige, moderne Hausfrau vielleicht – aber nur vielleicht – einmal vernommen hat, dass es dieselben noch gibt, bzw. bereits vor dem 1. Weltkrieg schon gegeben haben soll. Es sind auch die Gerichte, deren Herstellung sich lohnt, den nächsten Generationen weiter zu vermitteln. Kurz, es sind einfache, hervorragend schmeckende, aber schon fast aus der Mode gekommene Gerichte. Schade eigentlich. Mit diesen Rezepten ginge Esskultur verloren! Zu diesen Gerichten gehören neben den urschwäbischen „Kuddeln mit Bratkartoffeln“, „g´schmälzten Maultaschen“ und den „sauren Rädle“ auch die im Schwabenland heimisch gewordenen „Krautwickel“. Recherchen haben nämlich ergeben, dass dieses Gericht eigentlich aus Osteuropa stammt. Auf jeden Fall sind die schwäbischen Krautwickel, auch Kohlrouladen genannt, in gebrühten Weißkrautblätter eingerollte und gut gewürzte Fleischmasse (Hackfleisch, Salz, Pfeffer, Zwiebel), die dann in „der Brühe“, sprich: Gemüsebrühe, gekocht werden. Es war also der Tag, an dem Krautwickel auf der fiktiven Tageskarte ganz oben standen. Nebenbei: Eingeweihte wissen, dass es vorteilhaft ist, wenn man rechtzeitig vorbestellt. Als gegen später, aber noch am frühen Abend, zwei Blitzableiterbauer, ihres Zeichens treue Übernachtungsstammgäste, nach den vorbestellten Portionen Krautwickel fragten, kam die kurze und eindeutige Antwort: „Krautwickel sind aus!“ Das Gesicht der Beiden verfinsterte sich zunehmend – ihr Humor blieb aber noch erhalten. „Wir haben doch aber vorbestellt, was jetzt?“ Die Helga, die Servicechefin, wiederholte: „Hab´ keine mehr, alle schon gegessen!“ Es ergab sich eine längere, recht amüsante Diskussion zwischen den hungrigen Gästen und der Bedienung, an der sich dann auch noch, wie nicht anders zu erwarten, der Restaurant-Chef mit mehr oder weniger passenden Bemerkungen beteiligte. Es fruchtete nichts. Krautwickel waren „aus“! Die Blitzableiterbauer bekamen von weiteren frustrierten Gästen, die auch vorbestellt hatten, nun Rückendeckung, womit die Diskussion um die fehlenden Krautwickel ernstere Formen annahm. Schließlich waren fast alle Gäste an der immer hitziger werdenden Diskussion beteiligt. Neutrale Gäste ahnten eine schreckliche Entwicklung voraus. Weit gefehlt! Ein allseits bekannter deutsch-thailändischer Urologe und Stammgast betrat die Gaststube, setzte sich und hatte keine zwei Minuten später eine dampfend und herrlich riechende Portion Krautwickel vor sich stehen, die er mit Freude und unter Protest der verblüfften und „Kautwickel-Hungrigen“ genüsslich verspeiste. Die Diskussion um fehlende Krautwickel nahm ob dieser plötzlichen Wende erst recht kein Ende. So etwa nach einer halben Stunde „Gemaule und Bruddelns“, sowie mit – fast – ernst gemeinten Drohungen: „Mir komme nemme, wenn´s do Zweiklasse-Gäscht gibt“, bekamen die Blitzableiterbauer, wie aus dem Nirwana herbeigezaubert, noch ihre Krautwickel. Die Ansage, dass es keine mehr gäbe, war ja nun hinfällig. Aber: Die Portion für zwei Personen bestand halt nur aus EINEM Krautwickel. „Mehr gibt´s net, weil mir jetzt wirklich koine mehr hen. Ihr müsst halt den Krautwickel teile!“ tönte es resolut, endgültig das Thema abschließend, aus dem Munde der Helga. Der Abend verging. Sogar die erlauchten Stammgäste vom immer spärlich beleuchteten Tisch 5 machten sich langsam auf, den Heimweg, bzw. –fahrt nach Hause anzutreten. Ein Stammgast vom Tisch 5, ein mit Sternen hochdekorierter Kochlöffelartist i. R., verschwand beim Rausgehen kurz in der Küche. Zurück kam er mit einem durchsichtigen Plastikbeutel in dem sich zwei unschwer zu erkennende Plastikschüsseln befanden. Erraten: in denselben befanden sich mehrere „Krautwickel“ nebst Beilagen. „Also doch Zweiklassen-Gäste“, stellten die noch Anwesenden endgültig fest. Worauf aus dem Mund des ertappten Gourmet-Kochs ein fast entschuldigendes hohenlohisches: „Die sin für mein Fraa!“ kam. Damit wäre bewiesen: Krautwickel kann nicht jeder so gut koche, wie´d Brigitte Fischer und das mit der 2. Klassen-Gesellschaft sollte man den Politikern überlassen! Chapeau!

... ganz Spezielles

Juni 2008
Nachdem im Juni 2008 das Sitzen auf den Nachkriegsmöbeln der Außenterrasse durch ungehemmten Wuchs der Buchenhecke nahezu unmöglich wurde, konnte durch eine gemeinsame Aktion der Stammgäste durch Einsatz mitgebrachter Haushaltsscheren dem Leid abgeholfen werden.

im August 2008
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... Kontakt

Gaststätte Kernerhöhe
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74074 Heilbronn
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Fax: gibt's koins !